Zeckenschutz für Hunde: Was hilft, damit die Biester nicht beißen?
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Zecken sind ein leidiges Thema, denn kaum ein Hund ist vor ihnen gefeit. Die Spinnentiere können lebensbedrohliche Krankheiten übertragen. Daher sollten Vierbeiner vor Zecken geschützt werden. Welche Möglichkeiten helfen, damit die Blutsauger nicht beißen.

Zecken können Hunden gefährlich werden

Zecken sind Spinnentiere, die Blut saugen müssen, um sich zu vermehren. Der Biss einer Zecke an sich wäre für die meisten Hunde eigentlich unproblematisch. Nur in relativ wenigen Fällen entzündet sich die Einstichstelle. Und nur äußerst selten befallen Hunderte Zecken gleichzeitig ein Wirtstier und verursachen so eine Blutarmut.

Das Problem ist also nicht das Blut, das die Blutsauger sich aneignen. Es ist ihr Speichel, der Erreger für teils lebensbedrohliche Krankheiten wie Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) enthalten kann. Beim Zeckenbiss gelangt der Speichel in die Stichwunde und breitet sich im Körper des Hundes aus. Unbehandelt können diese Krankheiten akute Symptome verursachen und lebensbedrohlich sein, warnt der Tierärzteverband.

Zeckensaison ist fast ganzjährig

Als richtige Hochsaison für Zecken gelten gewöhnlich März bis November. Denn normalerweise werden die Blutsauger erst aktiv, wenn Außentemperaturen von mindestens 6° C herrschen. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass mit Anaplasmose infizierte Zecken weniger kälteempfindlich sind und damit auch im Winter ein Thema sind. Gleichzeitig macht Borreliose infizierte Zecken resistenter gegen Hitze und Trockenheit. Folglich können auch außerhalb der Hochsaison Zecken unterwegs sein – dann vor allem infizierte Spinnentiere.

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Anaplasmose und Borreliose kommen im gesamten Bundesgebiet vor, wobei nicht jede Zecke die Erreger in sich trägt. Eine einzelne Zecke kann aber mit mehreren unterschiedlichen Krankheiten infiziert sein und diese übertragen. Für viele Hundehalter ist Zeckenschutz daher zu einem nahezu ganzjährigen Thema geworden.

Zeckenschutz: Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Markt bietet zahlreiche Mittel, um Hunde vor ungebetenem Besuch durch die beißenden Biester zu schützen. Besonders beliebt sind Spot-on-Präparate, Halsbänder und natürliche Supplemente gegen Zecken.

Spot-on-Präparate bilden einen chemischen Schutzschild, der auf Zecken und andere Parasiten eine abschreckende und tödliche Wirkung hat. Die Tropfen werden in den Nacken geträufelt, wo Hunde sie nicht ablecken können. Das Präparat zieht in die äußerste Hautschicht ein und breitet sich von dort über den gesamten Hundekörper aus. Die Wirkung hält je nach Mittel einige Wochen. Jedoch sind nicht alle Spot-on-Mittel für trächtige oder säugende Hündinnen geeignet. Vereinzelt können Spot-on-Präparate zu Empfindlichkeitsreaktionen oder lokalem Haarausfall führen. Außerdem können die Wirkstoffe wasserlebenden Organismen schädigen.

Antiparasitäre Halsbänder enthalten Wirkstoffe, die Zecken und andere Parasiten abschrecken und abtöten. Sie werden zusätzlich zum regulären Halsband angelegt, geben kontinuierlich Wirkstoffe ab und können je nach Hersteller mehrere Monate wirken. Da solche Halsbänder für Fische und andere Wasserlebewesen giftig sind, müssen sie vor dem Baden im Fluss, Meer oder See abgenommen werden. Überempfindlichkeitsreaktionen kommen in seltenen Fällen vor.

Natürliche Supplemente – z.B. von Tierliebhaber – sollen Hunde von innen heraus vor Zecken und anderen Parasiten schützen. Besonders angenehm für Tierhalter ist, wenn das Zeckenschutzmittel als Snack daherkommt. Solche Snacks können unterschiedliche Inhaltsstoffe wie Kokosöl oder Schwarzkümmelöl enthalten, die für Parasiten unappetitlich sind. Ob natürliche Supplemente den kleinen Blutsaugern tatsächlich den Appetit verleiden, ist noch nicht abschließend gesichert. Der letzte Test zu Zeckenschutzmitteln der Stiftung Warentest fand 2003 statt, als viele natürliche Supplemente noch gar nicht auf dem Markt waren. Außerdem können einige Produkte Inhaltsstoffe wie Knoblauch und einige ätherische Öle enthalten, die Zecken angeblich abhalten sollen, für Hunde aber giftig sind.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Leider kann es immer mal passieren, dass eine Zecke es trotz Zeckenschutzmittel schafft, zuzubeißen. Deshalb empfiehlt es sich, Hunde nach jedem Spaziergang abzusuchen. Besonders häufig suchen Zecken dünnhäutige Körperpartien auf. Dazu zählen Kopf, Hals, Schultern, Achseln und After.

Die Entfernung gelingt am einfachsten mit einem speziellen Zeckenhaken, einer Zeckenkarte oder Zeckenzange. Wer diese effektiven Helfer nicht zur Hand hat, kann eine Pinzette verwenden. Absolut abzuraten ist von Öl, Butter oder ähnlichen Hausmitteln, die vermeidlich die Zecke abtöten oder zum Abspringen bringen sollen. Wahrscheinlicher ist, dass das Spinnentier im Todeskampf noch mehr Speichel in die Stichwunde pumpt, der potenziell infektiös ist.

Fazit

Zeckenschutz ist für die meisten Hunde fast ganzjährig wichtig. Doch nicht jedes Mittel ist für jeden Vierbeiner geeignet. Faktoren wie das Alter, Vorerkrankungen (Hautprobleme, Stoffwechselstörungen oder eine Neigung zu Krampfanfällen) oder die Wohnregion sollten bei der Wahl des Zeckenschutzmittels berücksichtigt werden. Zudem ist es immer sinnvoll, sich mit dem Giftpotenzial und möglichen Nebenwirkungen von Wirkstoffen vertraut zu machen.

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