Katzen brauchen sich gegenseitig zum Spielen, Schmusen und zur Fellpflege
Katzen brauchen sich gegenseitig zum Spielen, Schmusen und zur Fellpflege - ©Syda_Productions / depositphotos.com

Katzen gehören neben Hunden zu den beliebtesten Haustieren. Während seid jeher bekannt ist, dass Hunde Rudeltiere sind, wird bei Katzen oft noch davon ausgegangen, dass sie Einzelgänger sind und gelten untereinander als unverträglich. Tatsächlich ist es allerdings nicht ganz so einfach, auch Katzen benötigen einen Sozialpartner.

Sind Katzen Einzelgänger?

Naturgemäß sind Katzen keine Einzelgänger im eigentlichen Sinne. Sie sind allenfalls Einzeljäger, in Ruhephasen hingegen suchen sie den Kontakt zu Artgenossen. Verwilderte Katzen schließen sich sogar zu größeren Gruppen zusammen.

Besonders Katzen, welche eine längere Sozialisierungsphase mit Mutter und Geschwistern erlebt haben, benötigen auch später einen Katzen-Partner. Mit diesem spielen, raufen und schmusen sie. Nur mit einer anderen Katze können sie alle angeborenen und angelernten Verhaltensweisen ausleben.

Katze alleine halten? Vor allem nicht bei Wohnungskatzen

Ausschließlich in der Wohnung lebende Katzen neigen schnell zu Langeweile, wodurch sich Verhaltensstörungen entwickeln können. Der Mensch ist als Gesellschaft nur teilweise geeignet. Er kann zwar mit der Katze spielen, sie streicheln und natürlich füttern, doch alle Bedürfnisse der innerartlichen Interaktion kann er nicht erfüllen.

Wenn der Tierhalter außer Haus ist, kann sich eine allein gehaltene Katze einsam fühlen. Muss der Tierhalter arbeiten, ist das im Regelfall mehrere Stunden bis hin zum ganzen Tag so. Gegen die Einsamkeit und Langeweile sucht sich die Katze dann Beschäftigungen, die nicht immer im Interesse des Halters liegen werden. Zerkratzte Möbel und Wände, verschmutzte Teppiche und Fußböden können die Folge sein.

Artgenossen helfen sich gegenseitig dabei, sich auszulasten. Sie spielen zusammen, pflegen sich gegenseitig das Fell und erleben Abenteuer, die sie mit ihrem Halter nicht erleben könnten. Paarweise gehaltene Katzen können ruhig einige Stunden allein bleiben.

Katzen sind reinliche Tiere und unterstützen sich gegenseitig bei der Fellpflege
Katzen sind reinliche Tiere und unterstützen sich gegenseitig bei der Fellpflege – ©qklatan / depositphotos.com

Katze alleine halten, wenn Sie raus können?

Katzen, welche die Möglichkeit haben, nach draußen zu können, benötigen nicht zwingend einen Partner. Meist suchen sie sich in der Nachbarschaft andere Katzen, mit denen sie ihre arttypischen Verhaltensweisen ausleben können.

Wenn sie dann nach Hause kommen, bleiben sie auch gern mal einige Zeit allein. Doch dies ist nicht pauschal so und hängt häufig an der Rasse und dem Charakter der Katze.

Junge Katzen sollten nicht alleine sein

Katzenwelpen werden häufig mit 9 bis 12 Monaten das erste Mal nach draußen gelassen und sind vorher monatelang im Haus. Werden sie in dieser Zeit allein gehalten, kann das dazu führen, dass sie typisches Katzenverhalten verlernen.

Sie haben niemanden mehr zum Spielen, schmusen und Fell lecken. Vereinsamung kann auch zu Aggressionen führen, die schließlich der Halter zu spüren bekommt.

Alte Katzen brauchen Gewohnheit

Eine Ausnahme bieten alte Katzen, die stets als Einzelgänger gehalten wurden. Bei solchen Tieren kann es vorkommen, dass sie alleine glücklicher sind. Sie sind es ihr ganzes Leben lang nicht anders gewohnt und würden ihr Territorium gegen andere Katzen verteidigen.

Eine Zusammenführung mit einem Artgenossen kann zwar versucht werden, aber möglicherweise ist sie nicht erfolgreich. Alte Katzen können auf Eindringlinge mit Verhaltensauffälligkeiten reagieren. Sie können aggressiv oder unsauber werden und im eigenen Revier Artgenossen angreifen und rigoros vertreiben. Aus diesem Grund sollte eine Vergesellschaftung mit jungen Welpen nicht ausprobiert werden, die junge Katze könnte dabei zu Schaden kommen.

Katzen zusammenführen

Leicht gelingt das Zusammenleben von zwei Wurfgeschwistern. Sie kennen sich schon ihr bisheriges Leben lang und fühlen sich im neuen Zuhause nicht so einsam. Sie können sich gegenseitig über den Verlust von Mutter und Geschwistern hinwegtrösten.

Junge Katzen und Geschwister können sehr gut vergesellschaftet werden
Junge Katzen und Geschwister können sehr gut vergesellschaftet werden – ©andreyfotograf / depositphotos.com

Auch ältere Katzen können noch mit einem Partner vergesellschaftet werden. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden. Die Katzen sollten etwa gleich alt sein und einen ähnlichen Charakter aufweisen. Am besten eignen sich gleichgeschlechtliche Paare. Alte Katzen, die bisher allein lebten oder ihren Katzen-Partner verloren haben, müssen besonders behutsam vergesellschaftet werden.

Wo eine Katze leben kann, können auch gut zwei Katzen leben. An der Ausstattung muss nicht viel geändert werden. Ein oder zwei Katzentoiletten werden zusätzlich aufgestellt. Ein zweiter Satz Futter- und Wassernäpfe ist ebenfalls ratsam.

Unverträgliche Partner

Eine Partnerschaft unter Katzen sollte immer möglichst ausgewogen sein. Sehr junge Katzen vertragen sich schlecht mit alten Tieren, da sie einen anderen Aktivitätslevel haben.

Katze und Kater könnten sich ebenfalls schlecht vertragen, besonders wenn sie nicht kastriert sind. Ungünstig ist auch die Vergesellschaftung von sehr aktiven mit eher ruhigen Tieren.

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Katze alleine halten - Warum das nicht empfehlenswert ist

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