Für viele Mitarbeiter eine schwierige Situation - Die Gehaltsverhandlung mit dem/der Vorgesetzten
Für viele Mitarbeiter eine schwierige Situation - Die Gehaltsverhandlung mit dem/der Vorgesetzten - ©DragonImages / depositphotos.com

Für viele Arbeitnehmer gehört die Gehaltsverhandlungen zu den unangenehmen Themen. Selbst wenn sie ein gutes Verhältnis zum Vorgetreten haben, sprechen sie dieses Thema nur sehr zögerlich an. Trotzdem lohnt es sich, über den eigenen Schatten zu springen. Wer aktiv eine Lohnerhöhung anspricht, verdient meist mehr als derjenige, der lieber abwartet und hofft, dass der Chef selbst das Thema zur Sprache bringt.

Gehaltserhöhung verhandeln – Den richtigen Zeitpunkt abwarten

Wie viele Dinge im Leben gibt es auch für die Gehaltsverhandlungen einen richtigen Zeitpunkt. Zunächst sollte man das Ende der Probezeit abwarten. Nach einem Jahr in der Firma ist der Zeitpunkt, der für erste Gehaltsverhandlungen optimal ist. Wer schon längere Zeit bei der Firma ist und erst eine Gehaltsverhandlung hatte, wartet besser ein bis eineinhalb Jahre.

Darüber hinaus sollte der Arbeitnehmer ein wenig Fingerspitzengefühl zeigen. Wenn die Firma aktuell Probleme hat und die Firmenleitung über Entlassungen nachdenkt, ist nicht der optimale Zeitpunkt. Anders sieht es aus, wenn die Geschäfte gut laufen. In diesem Fall ist es vielleicht sogar möglich, eine Gehaltserhöhung zu bekommen, die über das normale Maß hinausgeht.

Ein schlechter Zeitpunkt ist meist auch das Ende des Geschäftsjahres (das nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr zusammenfallen muss). Meist ist das Budget verbraucht und für eine Lohnerhöhung ist schlicht kein Geld mehr vorhanden.

Gehaltserhöhung verhandeln – Gut vorbereitet in das Gespräch gehen

Eine Gehaltsverhandlung wird in der Regel mündlich geführt. Gelegentlich kann es vorkommen, dass der Chef verlangt, dass der Arbeitnehmer den Wunsch schriftlich formuliert, die Regel ist das aber nicht. Trotzdem sollte man den Wunsch nach einer Gehaltserhöhung auf Papier oder im Textverarbeitungsprogramm festhalten. Das hilft, die Gedanken zu ordnen und die Argumente gut darzulegen.

Bei der Argumentation kommen immer wieder die gleichen Fehler vor. Grundsätzlich sollte der Arbeitnehmer nicht auf die eigene Situation zu sprechen kommen. Sätze wie „Ich brauche mehr Geld, weil meine Frau jetzt wegen des Kindes zu Hause bleibt“ mögen zwar ehrlich sein, sind aber nur selten wirksam. Für den Mitarbeiter sind das wichtige Gründe, für den Chef zählen sie nicht. Noch schlechter ist es, den Verdienst der Kollegen zur Sprache zu bringen.

Ein gutes Argument ist die erbrachte Leistung in den vergangenen Monaten. Es lohnt sich, immer wieder Aufzeichnungen darüber zu machen. Im Laufe des Jahres gibt es viele Gelegenheiten, aus der Masse hervorzutreten. Nach ein paar Wochen ist das vergessen, denn es warten neue Herausforderungen. Am einfachsten ist es, alles in einer kleinen App oder einem Notizbuch zu notieren, dann gehen die wichtigen Ereignisse nicht verloren. Bei der nächsten Gehaltsverhandlungen stehen dem Mitarbeiter dann gute Argumente zur Verfügung.

Wer erfolgreich eine Gehaltserhöhung verhandeln möchte, sollte seine Argumente vorbereiten und vortragen können
Wer erfolgreich eine Gehaltserhöhung verhandeln möchte, sollte seine Argumente vorbereiten und vortragen können – ©pressmaster / depositphotos.com

Gehaltserhöhung verhandeln – Wie viel kann man fordern?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Dies hängt von der allgemeinen Wirtschaftslage und von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens ab. Entscheidend ist außerdem, ob sich die Position seit der letzten Gehaltsverhandlung verändert hat. Hat der Arbeitnehmer eine größere Verantwortung, darf er ruhig 15 Prozent mehr fordern. Wird dieses Ziel angestrebt, ist es nicht sinnvoll, diesen Betrag zu nennen. Besser ist es, 20 Prozent zu fordern. Dann hat man nach unten noch ein wenig Spielraum.

Hat sich der Arbeitsbereich seit der letzten Erhöhung nicht verändert, ist ein gutes Ziel zwischen drei und sieben Prozent. Hier ist es sinnvoll, bei zehn Prozent zu beginnen.
Bei der Verhandlung geht es in der Regel nicht um einen bestimmten Prozentsatz, sondern um eine konkrete Summe. Verhandlungspsychologisch ist es besser, eine krumme Summe zu nennen. Also nicht 3500 Euro, sondern 3560. Das macht den Eindruck, als habe der Mitarbeiter sehr gründlich über den eigenen Wert nachgedacht.

Gehaltsverhandlungen zwischen Aggressivität und Gelassenheit

Jede Gehaltsverhandlung ist eine Gratwanderung. Wer zu freundlich auftritt, wird schnell mit einem Nein abgespeist. Bei zu aggressivem Auftreten kann die Beziehung empfindlich gestört werden. Die Lösung ist, selbstbewusst aufzutreten. Nicht aggressiv, aber bestimmt seinen Standpunkt vertreten. Wer weiß, was er Wert ist, bekommt das auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit. Die oben erwähnte schriftliche Vorbereitung ist hier sehr wichtig, denn wer genau weiß, was er sagen will, kann seine Argumente besser formulieren und wird mit größerer Wahrscheinlichkeit Erfolg haben.

Bei einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung kommt es auch immer auf die Beziehung zum Chef an. Diese sind oft sogar wichtiger als die Arbeitsleistung. Wer zum Chef einen guten Draht hat, bekommt leichter eine gute Gehaltserhöhung.

Wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden

Trotz guter Vorbereitung und sachlicher Argumente kann es sein, dass die angestrebten Ziele nicht erreicht wurden. Eine schlechte Strategie ist es, dem Chef in irgendeiner Form zu drohen. Wer sagt, dass er dafür in Zukunft häufiger krank sein wird, riskiert sogar eine Kündigung.

Besser ist es, die Leistung in den folgenden Monaten zu steigern, um den Chef die eigene Leistung unter Beweis zu stellen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass bei der nächsten Verhandlungsrunde die Ziele erreicht werden.

Werden die Erwartungen in der Gehaltsverhandlung nicht erfüllt, sollten Sie in den folgenden Monaten den Chef durch Leistung überzeugen
Werden die Erwartungen in der Gehaltsverhandlung nicht erfüllt, sollten Sie in den folgenden Monaten den Chef durch Leistung überzeugen – ©DmitryPoch / depositphotos.com

Durch regelmäßige Gehaltsverhandlungen zu einem höheren Einkommen

Der Gedanke mag für einige unangenehm sein, doch wer mehr Geld verdienen will, kommt an einer Gehaltsverhandlung nicht vorbei. Nur sehr selten sprechen die Chefs das Thema von sich aus an. Wer sich auf die tariflichen Lohnerhöhungen verlässt, bekommt kaum mehr als einen Inflationsausgleich. Wer seine Argumente gut vorbereitet, bekommt häufig die Gehaltserhöhung, die er sich vorstellt.

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Gehaltserhöhung verhandeln - So sind sie perfekt vorbereitet auf das Mitarbeitergespräch

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